1st German EarthCache Geoawards – 3 Sachsen unter den Top10

Anlässlich des 4. Internationalen EarthCache Events in Goslar wurden aus ca. 800 nominierten EarthCaches in Deutschland die 10 (11) Besten gewählt und die 1st German EarthCache Geoawards verliehen. Vom Gewinner – dem Weißen Ofen im Lengefelder Revier von Harold´s Hawks – habe ich bereits kurz berichtet. Hier nun noch ein kleiner Nachtrag. Doch bevor ich zu den restlichen Preisträgern komme, noch ein paar Ausführungen zum Erstplatzierten.

Weisser OfenDer Weiße Ofen im Lengefelder Revier (GC562K4) ist wie man der GC-Nummer entnehmen kann einer der jüngeren EarthCaches und zum EarthCache Day am 11. Oktober 2015 bereits zum zweiten Mal Treffpunkt für das Earthcache-Day-Event im Kalkwerk Lengefeld (GC5Z3N9). Es handelt sich hier um den historischen Teil des Kalkbergbaus der Lengefelder Lagerstätten, in denen immer noch Dolomitmarmor abgebaut wird. Dieser Marmor zählt zur Raschau-Formation und ist ca. 540 Millionen Jahre alt.

Brocken 1Platz 2 ging an den 1141m hohen und damit höchsten Berg Sachsen-Anhalts, den Brocken im Nationalpark Hochharz (GC1GCWZ). Er ist nach der Zugspitze in Bayern, dem Feldberg in Baden-Württemberg und dem Fichtelberg in Sachsen, an vierter Stelle der höchsten Berge eines Bundeslandes. Und wenn Ihr schon einmal oben seid auf dem höchsten Berg im Norden Deutschlands, dann vergesst nicht neben den anderen Caches, die am Weg und auf dem Gipfel liegen die Webcam (GCKRNT) zu machen. Solltet Ihr am 19.12.15 hinaufwandern, könnt Ihr beim 3. Brockenfrühstück (GC60JBA) den Sonnenaufgang genießen.

Das EarthCaches nicht immer mitten in der Natur liegen müssen, beweist der Drittplatzierte – der Kölner Dom (GCZ8H7). Für den Bau der knapp 160 m hohen Kirche wurden von 1248 bis 1880 zahlreiche unterschiedliche Gesteinsarten verbaut – darunter Sandstein aus Schlaitdorf, Trachyt vom Drachenfels, Kalkstein vom Main und Basalt aus Londorf. Mit fast 900 Favoritenpunkten wohl zu Recht auf Platz 3 – auch wenn es eben mal kein so typischer EarthCache ist. Jedoch ist der Kölner Dom nicht der einzige Kirchen-EarthCache. Spontan fallen mir ein: der Aachener Dom (GC35RQ4), Notre-Dame (GC4GKEE) in Paris, das Liebfrauenmünster zu Straßburg (GC5AYRG), die Westminster-Kathedrale in London (GC5RHZG) und die Sagrada Familie in Barcelona (GC379KA). Noch einmal zurück zum Kölner Dom – hier lockt nicht nur dieser interessante EarthCache, auch einen Virtual gibt es „Portal to the Past (Köln)“ (GC5B4A) und mit dem Schatz der Heinzelmännchen (GC21X0F) einen schönen Wherigo – beide mit ca. 800 Favoritenpunkten und mehr. Die „einfachen“ Touri-Tradi Caches werdet Ihr in der Kölner Altstadt dagegen nicht übermäßig finden.

Die sagenumworbene Teufelsmauer (GC1GD1T) im nördlichen Harzvorland hat es auf den 4. Platz geschafft. Der Sage nach hatten vor Urgezeiten Gott und Teufel vereinbart, dass dem Teufel all das Land gehören sollte, das er in einer Nacht bis zum ersten Hahnenschrei mit einer Mauer umbaut hatte. In jener Nacht stolperte allerdings eine alte Frau, die auf dem Weg war einen Hahn auf dem Markt zu verkaufen. Der Hahn erschrak sich und begann laut Hals zu krähen, sodass der Teufel dachte seine Zeit sei vorbei. Vor Wut riss er die Teufelsmauer wieder ein bis auf ein paar Reste, die bis heute stehen geblieben sind.

Platz 5 ging an das 1993 entdeckte Herbstlabyrinth (GC1RX6Z), das mit einer vermessenen Gesamtlänge von derzeit 10 Kilometern das größte Höhlensystem Hessens und eines der bedeutendsten Deutschlands ist. Die Tropfsteinhöhle zeichnet sich durch einen sehr sauberen, weißen bis durchsichtigen Sinterschmuck aus, der in der Umgebung und darüber hinaus seinesgleichen sucht. Bemerkenswert ist neben mehreren gewaltigen Sinterorgeln eine ungefähr 8 m lange und 50 cm breite Sinterfahne. Ein kleiner Bereich von ca. 50 m Länge, die bis zu 32 m hohe Knöpfchenhalle, wurde als Teil des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus 2009 als Schauhöhle für Besucher eröffnet.

Mit der Kristallgrotte Merkers (GC38TF7) im Westthüringischen Wartburgkreis hat es auf Platz 6 eine weitere Höhle geschafft. Um diesen EarthCache loggen zu dürfen, müsst Ihr Euch auf 800 Meter Teufe begeben, wo Ihr neben einer „Kristall-Bar“ auch eine 1980 entdeckte Kristallhöhe mit Salzkristallen von bis zu 1 m Kantenlänge bewundern könnt. Insgesamt dauert die etwa 21 km lange Rundfahrt unter Tage 2 bis 3 Stunden, bei der Ihr neben der Kristallhöhle ein Salzbergbau-Museum besucht und Interessantes über den Kalisalzabbau erfahrt. In 500 m Teufe befindet sich ein 250 m langer, 22 m breiter und bis zu 17 m hoher Bunker, in dem 50.000 Tonnen Rohsalz zwischengelagert wurden. Heute dient er als größter und tiefster Konzertsaal der Welt mit ungewöhnlich guter Akustik.

Mit den folgenden beiden Plätzen kommen wir nun nach Sachsen. Platz 7 geht an den Versteinerten Wald in Chemnitz (GC156F9). Bei den seit 1737 in Chemnitz-Hilbersdorf entdeckten Kieselhölzern handelt es sich überwiegend um Stämme von Baumfarnen, die vor ca. 300 Millionen Jahren beim Ausbruch des Zeisigwald-Vulkans durch die Druckwelle der Eruption entwurzelt oder abgeknickt wurden. Durch die Abdeckung mit bis zu 100 °C heißen Auswurfmaterialien und der darin enthaltenen Kieselsäure kam es in den folgenden Jahrmillionen zur Fossilisation. Die meisten der fossilen Stämme sind heute in Chemnitz im Museum für Naturkunde und im Kulturkaufhaus DAStietz ausgestellt.

Bastei 2Bastei 1DAS Ausflugsziel in der Sächsischen Schweiz schlecht hin, die Bastei (GC1V22T) hat es zusammen mit den kohlendioxidhaltigen Quellen des Laacher See (GC20KX7) auf den 8. Platz geschafft. Beides sehr interessante und gegensätzliche EarthCaches. Die mit einem schmalen Felsrifff 194 m steil zur Elbe abfallende Bastei ist einer der markantesten und meistbesuchten Aussichtspunkte in der Sächsischen Schweiz. Bereits der Sohn von Johann Wolfgang von Goethe sagte 1819: „Hier wo man von den schroffsten Felsen wänden gerade in die Elbe sieht, wo in der kleinen Entfernung der Lilien-, König- und Pfaffen-Stein mahlerisch gruppirt liegen und überhaupt dem Auge ein ganzes darstellt welches mit Worten nie beschrieben werden kann“. Der in der Vulkaneifel gelegene Laacher See dagegen ist der größte See in Rheinland-Pfalz und zeigt noch heute Spuren vulkanischer Tätigkeit in Form von vulkansichen Ausgasungen – den Mofetten. Auf einem Streifen von einigen 100 Metern treten perlende Gasblasen aus, die man bei ruhigem Wasserspiegel gut sehen und hören kann.

Im Brohltal, rund 8 Kilometer nordnordöstlich vom Laacher See entfernt, finden wir mit dem Trasshöhlenweg (GC235PE) Platz 9 der 1st German EarthCache Geoawards. Trass ist vulkanischer Tuff, der beim Ausbruch des Laacher See Vulkans aus einem Schlammgemisch aus Wasser, Bims und Asche abgelagert und zu Trass verfestigt wurde. Aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften wurde Trass abgebaut und als Mörtel verwendet. Bei den hier anzutreffenden wildromantischen Höhlen handelt es sich um nicht abbauwürdige Trassrest.

Zum Abschluss der Geoawards geht es mit dem Zehntplatzierten an den breitesten Strand der deutschen Ostseeküste (GC22H3B) nach Warnemünde. Der bis zu 250 Meter breite Sandstrand ist durch eiszeitliche Küstenausgleichsprozesse entstanden und ständigen Veränderungen ausgesetzt. Wenn Ihr alle Fragen zum EarthCache beantwortet habt, legt Euch doch ein wenig an den Strand zum Entspannen, denn wir sind nun am Ende unserer kleinen EarthCache-Reise angekommen.

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