Cachen in Polen

GC-Karte PolenSchaut man in Polen auf die GC-Karte, so ist diese im Gegensatz zu Deutschland und Tschechien wesentlich weniger gefüllt – quasi fast leer. Das liegt allerdings nicht daran, dass in Polen kein Geocaching betrieben wird, nein, in Polen tummelt sich die Mehrheit der Cacher auf der Plattform http://www.open-caching.pl Erst seit den letzten Jahren nimmt die Bekanntheit und Nutzung von http://www.geocaching.com immer mehr zu. Beim Vergleich der Anzahl an Cacher und aktiven Caches, die auf http://www.geocaching.com 2014 und 2015 gelistet sind, wird der Zuwachs deutlich. Während 2014 ca. 13.500 Cacher angemeldet waren, stieg die Zahl 2015 um 40 % auf 19.000 Cacher an. In beiden Jahren wurden jeweils 10.000 Caches pro Jahr veröffentlicht. Bei einer Gesamtzahl von 26.000 aktiven Caches (exclusive 800 deaktivierte und 5.300 archivierte Caches) wird deutlich wie stark der Zuspruch ist.

Und wie sieht es mit der Vielfalt aus? Nun ja, an dieser müssen unsere polnischen Kollegen noch etwas arbeiten, denn mit 22.000x Tradi sind lediglich 15 % der Caches ein anderer Cachetyp. Davon nehmen Mystery (2.000) und Multi (1.400) die Mehrheit ein. In Gesamtpolen gibt es lediglich 335 EarthCaches (in Tschechien mit ca. 620 fast doppelt so viele), 158 Letterboxen und 88 Wherigos. Den einzigen Virtual finden wir mit „Ndebele 1“ (GC26A9) in Warschau. Neben der Hauptstadt stellen noch Krakow, Poznan und Gdansk „Geocaching-Zentren“ dar, in denen die Cachehäufigkeit und Cachetypenvielfalt am größten sind.

Darüber hinaus ist auch das Gebiet zwischen Lodge und Gdansk recht flächig mit Caches „bedeckt“. Hier finden wir u.a. in und um die am längsten See Polens gelegene Stadt Iława eine Menge an Caches. Neben einer Vielzahl an Powertraildosen ist auch etwas für die T5-Liebhaber dabei – nein nicht zum Klettern, denn wie gesagt, befinden wir uns hier mit dem Jeziorak am längsten See Polens, der zum Wassersport einlädt und natürlich auch ein paar Paddelcaches im Angebot hat. Noch ein ganzes Stück weiter nordöstlich liegt die Masurische Seenplatte. Ein wahres Paradies für Wassersportler – den ein oder anderen Cache gibt es hier auch, jedoch im Vergleich zu Iława oder auch dem südlicher gelegenen Gorzno, wo die Powertrailliebhaber wahrlich auf ihre Kosten kommen dürften, sieht es hier oben etwas dünn aus. Nichtsdestotrotz einen Besuch wert.

Riesengebirge2Während der Norden Polens eiszeitlich geprägt ist und wir hier einen See am anderen finden, sieht der gebirgige Süden des Landes ganz anders aus. Hier lacht das Herz des Wandersmann und Dosen gibt es auch. Je nachdem, wo man herum- oder hinwandert viele oder ein paar weniger, aber dafür in einer wunderschönen Landschaft – hier wird wirklich das Cachen zur Nebensache. Neben den weniger bekannten Gebirgszügen Krakau-Tschenstochauer Jura, Heiligkreuzgebirge, den Beskiden und den Waldkarpaten sind das an der Grenze zu Tschechien liegende Riesengebirge und die Hohe Tatra an der Grenze zur Slowakei sicher die bekanntesten und beliebtesten Wandergebiete. Als höchster Teil der Sudeten hat das Riesengebirge subalpinen Charakter und beheimatet mit der Schneekoppe den höchsten Berg Tschechiens. Der vierthöchste Berg des Riesengebirges – das Hohe Rad – stellt die höchste Erhebung im westlichen Teil des Gebirges dar, wobei die Grenze zwischen Polen und Tschechien genau über den Gipfel verläuft. Auch den höchsten Teil der Karpaten – die Hohe Tatra – muss Polen sich mit einem Nachbarland teilen. Das kleinste Hochgebirge der Welt gehört zu zwei Dritteln der Slowakei und nur zu einem Drittel zu Polen.

Genug gewandert – auf zum Dosensuchen! Und das kann man etwas weiter nördlich sehr reichlich. Entlang der A4 – einer von zwei in West-Ost-Richtung verlaufenden Autobahnen Polens – zeigt sich auf der GC-Karte ein wahrlicher Cachegürtel. Angefangen in Legnica, über Gliwice und Krakow bis nach Tarnow. Aus der Vielzahl an Caches, die wir hier finden, wobei der überwiegende Teil natürlich Tradies sind, habe ich zwei Besonderheiten herausgepickt: zum einen ein Challenge-Trail bei Opole und zum anderen das Steinkohlebergwerk Guido in Zabrze – benannt nach Guido Henckel von Donnersmarck, dem Begründer dieses Bergwerkes – wo ihr bei nur einem Besuch unter Tage gleich 9 Earthcaches absolvieren könnt, das habe ich auch noch nicht gesehen. Und wer gern mit dem Rad unterwegs ist, dem empfehle ich die 103 km lange Powertrailrunde (Start: #000 Rowerowa obwodnica Jeleniej Góry GC586HB) um Jelenia Gora mit reichlich 300 Tradies, 6 Mystery-Boni und einem Finalcache.

Wie sieht es in Polen eigentlich mit Lost Places aus? Nun auch hier habe ich eine Empfehlung für Euch: die Festung im Oder-Warthe-Bogen. Der volkstümlich genannte Ostwall verläuft auf einer Länge von 80 km zwischen Oder und Warthe. Im 12 km langen Zentralabschnitt beginnend bei Boryszyn sind die sehr dicht angeordneten Bunker – auch als Panzerwerk bezeichnet – durch ein System unterirdischer Tunnel miteinander verbunden. In dem ca. 30 km langen Hohlgangsystem befanden sich u.a. Bahnhöfe, Werkstätten, Maschinenräume und Kasernen. In einer dieser ehemaligen Kasernen, direkt unter dem Panzerwerk 730 befindet sich der Cache „Festungsfront Oder-Warthe-Bogen, PzW 730“ (GC2VJK7). Schaut es Euch einfach mal an. Ihr werdet begeistert sein, vielleicht nicht vom Cache selber, aber von diesem beeindruckenden Tunnelsystem, dass Ihr über die Dose hinaus unbedingt noch weiter erkunden solltet. Allerdings müsst Ihr Euch mit Eurem kleinen LP-Ausflug noch ein wenig gedulden, denn momentan ist (seit dem 1. Oktober) erst einmal Fledermauspause bis Ende März. Das ganz in der Nähe befindliche Panzerwerk 741 (GC1RA0D) kann ich als kleine Zugabe ebenfalls empfehlen.

OstseeBevor ich zum Ende meiner Cache-Reise durch Polen komme, möchte ich Euch noch kurz an die Ostsee entführen. Von den ca. 3.600 Kilometern Staatsgrenze liegen 500 km an der Ostsee. Im Sommer kann man hier zum Teil wunderbar baden oder am Strand relaxen. Und wem das zu langweilig ist, der geht auf Dosensuche in Swinoujscie auf Usedom, in Koszalin mit dem Hexenbaum oder in Gdansk, wo mit ca. 470.000 Einwohnern fast so viele Menschen leben wie in Dresden.

Nun liegt es an Euch wohin Euch Euer nächster Urlaub führt – an die Ostsee oder in die Hohe Tatra? Wie Ihr seht, es gibt auch in Polen interessante Caches, auch wenn der interessanteste gerade in der Fledermauspause ist.

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