Challenge Caches – Fluch oder Segen?

Am 21. April stoppte Groundspeak das Veröffentlichen von Challenge Caches. Challenge Caches sollen Spaß machen. Doch leider haben sie zunehmend immer mehr Wettkampfcharakter. Groundspeak will sich daher für diese Caches, die bisher kein eigener Cache-Typ sind, sondern zur Kategorie Mystery Caches zählen, eine Auszeit nehmen. Bestehende Challenge Caches bleiben erhalten, nur neue werden vorerst nicht mehr freigeschalten. Wie und ob es nach dem Jahr „Auszeit“ mit den Challenge Caches weiter geht? Für die meisten scheint es klar zu sein, die Challenge Caches werden wohl nicht wieder kommen. Ob das schlecht oder gut ist? Da gibt es verschiedene Meinungen und wie sagte Günther Jauch einmal: „Es liegt in der Natur der sozialen Medien, dass nicht nur gegensätzliche, sondern auch absolut extreme Meinungen vertreten werden. Deshalb macht man es für einen Teil der Netzgemeinde ohnehin immer falsch“, Und so ist das auch in der Geocachinggemeinde.

Wie oft höre ich „Challenge Caches sind Schwanzvergleiche – die Leute wollen nur zeigen, wie toll sie sind!“ Wollen sie das, oder haben sie nur Freude sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen? Natürlich gibt es Challenge Caches, die sind so schwer, dass sie nicht einmal der Owner erfüllt. Diese wurden vermutlich gelegt – wie so mancher D5-Mystery – um nicht gefunden zu werden. Aber der Sinn von Geocaching ist es ja gerade etwas zu finden. Daher gibt es auch viele erfüllbare Challenge Caches – leichte und schwere.

Doch wie weiße ich nach, ob ich eine Challenge erfüllt habe? Bei manchen ist es ganz einfach, man schaut in seine Statistik bei geocaching.com, macht einen Screenshot und hängt diesen an seinen Log an. Bei anderen Challenges wiederum ist es nicht so einfach, aber bei vielen hilft project-gc.com. Einfach über „Tools“ den „Challenge Checker“ auswählen, nach GC Code „XYZ“ suchen und prüfen lassen. Bei Erfüllung spuckt das Programm einen html Code bzw. Text aus, den man nur noch in seinen Log einfügen muss. Man muss also nicht unbedingt Stunden vor dem PC verbringen und in seiner Statistik händisch herumwühlen, sondern kann die Zeit zum Dosensuchen nutzen.

Ob leichte oder schwere, ob nervige oder interessante Challenge – eines haben sie alle gemeinsam – Statistik. Und wo es um Statistik geht, da gibt es auch Betrug – leider! Höher, schneller, weiter, … – 366 Tage am Stück cachen oder noch länger, 100 Tage jeden Tag mindestens einen Mystery loggen, so viele Caches wie möglich an einem Tag oder 24 h durchcachen. Da kann es schon einmal vorkommen, dass man seinen Stempel einfach dem Cachekumpel mitgibt! Ja? Ja – das gibt es leider auch. Und genau das ist das Problem der Challenge Caches. Und genau deshalb ist es vielleicht gut, dass keine neuen Challenge Caches mehr veröffentlicht werden.

Ziele, persönliche Ziele kann man sich auch ohne Challenge Caches stecken. Man wird dann nur nicht mehr mit hohen D-/T-Wertungen belohnt, sondern kann sich nur für sich freuen, was man erreicht und erlebt hat. Ein Freund erzählte mir, für ihn ist Geocaching, das Beste, was ihm passieren konnte. Früher hasste er wandern und machte es sich am liebsten zu Hause gemütlich. Heute sieht das ganz anders aus. Er ist jede Minute draußen an der frischen Luft, läuft für einen Multi auch schon mal 10 km bis 20 km und kommt viel in der Welt herum. Dabei steckt er sich seine ganz persönlichen Ziele, ob nun mit oder ohne Challenge Caches. Besonders alte Caches, Caches mit vielen Favoritenpunkten oder andere Länder haben es ihm dabei angetan.

Für alle Challenge-Liebhaber sei gesagt, es gibt eine Menge bestehender Challenges, die auf Euch warten. Eine kleine Auswahl für Sachsen möchte ich Euch an dieser Stelle geben:

Dabei wollen wir heute einmal alphabetisch beginnen – also in Chemnitz. Chemnitz ist nach Dresden und Leipzig die drittgrößte Universitätsstadt in Sachsen. Dies spiegelt sich auch in der Anzahl und der Schwierigkeit der Mystery Caches wider. Und bei den Challenges? Erstaunlicher Weise ist das hier nicht der Fall. Im Grunde genommen gibt es in Chemnitz keine Challenge Caches (mehr). Es gab einmal ein paar Challenges vom Team T.-Dreckspatzen, die jedoch leider schon wieder im Archiv sind. Für eine dieser Challenges musste man 150 Multi Caches gefunden haben oder für eine andere 15 Letterboxen – also alles andere als wild. Auch 66 Caches an einem Tag sind noch nicht all zu verrückt. 100 T5-Caches oder die 81iger Matrix einmal voll ist schon schwieriger, aber ebenfalls noch erfüllbar. Die Logbedingungen waren also alle recht normal, dafür war bei den meisten Caches der „Powercacher-Serie“ der Außeneinsatz etwas sportlicher, denn die Dosen hingen ein wenig in luftiger Höhe.

Bei den LP-Caches hat Chemnitz mittlerweile in Sachsen die Nase vorn, bei den Challenge Caches eher Dresden und Leipzig. In der Landeshauptstadt kennt der Ideenreichtum keine Grenzen (bis auf der von Groundspeak herbeigeführten Publish-Stopp für neue Challenge Caches). Hier gibt es ganz verrückte, ausgefallene, schwere, leichte und an den Haaren herbeigezogene Challenge Caches – um es auf den Punkt zu bringen: „Auf die Vielfalt kommt es an“ (GC4EJ80). Neben der „normalen“ 366-Tage Challenge (GC463TK), gibt es 100 (GC46VVB), 200 (GC46VVJ), 300 (GC46VVN), 400 (GC5AZ68), 500 (GC5FJ49) und 600 (GC5J0NZ) Tage Challenge Caches, die zum Teil viel Aufregung brachten, bei Cachern, die diese Challenges nicht erfüllen. Hier erinnere ich an mein Zitat vom Anfang von Günther Jauch. Neben diesen Durchhalte Challenges gibt es in Dresden eine ganze Reihe Challenges, die sich mit der 81iger Matrix beschäftigen: Zum einen (fast) ganz klassisch mit „Eine Hand voll“ (GC55KZW), „Hab Acht!“ (GC50ZJW) oder in Kombination mit der 366-Matrix (GC52N2Z). Zum anderen mit kleineren Spielereien wie Matrix Icon Bingo (GC45KWC, GC43ZJW und GC42PF0) oder speziellen D/T-Kombinationen (GC55W5H und GC4JEMG für die Sissis und GC436DE für die Kletterer). Während man für diese Challenges kein Zeitlimit hat, geht es bei GC3HJ6Y und GC3FVAB um die Zeit – cachen in 24 h bzw. 20x T5-Caches in 24 h. Wer gern Mystery löst, dem kann ich die Challenges vom Schwarzen Falken empfehlen: 1x D5 (GC45DKD), einen Mystery in jedem der 13 Landkreise bzw. kreisfreien Städte von Sachsen (GC45DKX), 250 Mystery (GC45DKG), 500 Mystery (GC45DKN) 1000 Mystery (GC45DKR) und 5x D5 in 5 Ländern (GC45DKT). Wie auch Chemnitz ist Dresden bedingt durch die Universität eine Mysteryhochburg, was sich auch in den Challenge Caches widerspiegelt: Was beim Mystery-Alphabet (GC4R77A) zu tun ist, brauche ich sicher nicht zu erklären, aber wie wird man Mystery-Master (GC45DWX)? Man muss in jedem der 64 Stadtteile von Dresden einen Mystery gefunden haben. Etwas einfacher ist es beim Kaiser von Dresden (GC3B3HC), wo es nicht auf den Cache-Typ ankommt. Beim klassischen ABC-Schützen (GC2WT1K) dürfen – ja müssen – verschiedene Cache-Typen verwendet werden und bei der Earthcache-Challenge (GC4V7DG) wie sollte es anders sein Earthcaches. Da wir einmal bei Cache-Typen sind, kann ich Euch noch die Webcam-Master Challenge (GC4FTH7) und ihre Light-Version (GC4EJ6Q) empfehlen. Nicht nur ich, sondern die Sachsen im Allgemeinen lieben das Reisen sehr und so gibt es auch ein paar Challenge Caches für die man herumreisen muss – in Sachsen (GC3PC60 und GC4CPBY), um Sachsen herum (GC5ER12) und noch weiter (GC45RQE). Etwas ausgefallen sind diese Challenges hier und auch hier wird man um das Herumreisen nicht herum kommen:

– Ein Owner – zwei Caches (GC4RHDH)

– Oldies but Goldies! (GC4NNQD)

– Geprüft und freigegeben (GC4N7TQ)

Mit den im letzten Abschnitt in Summe fast 40 GC-Codes sind wir immer noch nicht am Ende der Challenge Caches in Dresden, wer sich für den Rest interessiert, dem kann ich die Bookmarkliste von Oisín empfehlen.

Für uns geht es weiter nach Leipzig. Auch hier wird es den Challenge-Liebhabern nicht langweilig werden. Wir beginnen wieder mit den Ausdauer-Cachern, die in Leipzig schon nach einem Monat Durchcachen mit einer Challenge belohnt werden und wer das schafft ein Jahr durchzuziehen, der hat am Ende 12+1 Caches, die er loggen kann (GC23XC8 bis GC2KZ9N sowie den Bonus GC2PDA1). Wie auch in Dresden gibt es in Leipzig eine Menge Mystery-Fans und die passenden Challenges dazu. Es fängt einfach an mit der 1/1 Mystery-Challenge (GC3XFM4) und hört schwer mit der 5/5 Mytery-Challenge, die erst 17x gefunden wurde, auf. Und was liegt dazwischen? Die durchhalte Mystery-Challenges: “17+1” (GC3FKQ2), „A 111 Days: Mystery Streak“ (GC3Q3WN) und “28 Mystery Days Later” (GC4YGYD). Für die 81iger Matrix Freunde hat Chupacabra* eine Herausforderung: die “Mystery Matrix” (GC4EN94). Damit wären wir bei einem Owner, der sich nicht nur mit einer Challenge begnügt, sondern mit der Atlantis-Reihe gleich eine ganze Serie an Challenge Caches herausgebracht hat. Eine davon wurde erst 4x gefunden (GC4EM2M). Dies ist allerdings nicht der einzige Ladenhüter in und um Leipzig. Der Wald-Pirat – der Guru unter den Challenge Ownern – kann von seinen vielen, vielen Challenge Caches hierzu gleich 3 beisteuern: GC33QRP 3x, GC2QEKK 8x und GC33QR9 8x gefunden. Den Vogel abschießt die erst 2x geloggte „A5C#3 – OePNV-Challenge: MDV“ (GC4YHEQ). Aber auch bei „Spell of Sachsen“ (GC4903H; 8x), der „MIX CHALLENGE“ (GC4MTP7; 5x) und der Challenge von tomtaucher, bei der man 555x D5 (GC4XTYV; 6x) gefunden haben muss, waren noch keine 10 Leute. 555x T5 Caches geloggt zu haben, scheint dagegen einfacher, denn hier stehen immerhin 40 Cacher im Online-Logbuch. Auch, wenn in Leipzig die obskuren Challenges überwiegen, gibt es etwas für Otto Normalverbraucher mit der „3×3“ Challenge (GC4W89V), bei der man an 3 aufeinander folgenden Tagen mindestens 3 verschiedene Geocaches pro Trag gefunden haben muss (GC4W89V). Für die Reiselustigen unter Euch kann ich die „Dreimal Drei“ (GC44XDZ) empfehlen. Mit der „Lonely Cache Challenge“ (GC3NNZ1) möchte ich zum Ende meines kleinen Auszugs aus der 64 Challenges umfassenden Bookmarkliste von S.A.M. – Saxony kommen. Hier gibt es Punkte, wenn man Caches findet, die sehr lange nicht besucht wurden – eine schöne Idee.

Nach den 3 Städten geht es nun ins Vogtland, wo man nicht nur hervorragend wandern kann – ja, auch hier gibt es Challenge Caches. Eine spezielle Bookmarkliste für diese Region konnte ich zwar nicht finden, aber ein paar Besonderheiten habe ich für Euch einmal zusammengestellt. Im Vogtland gibt es zwei Cacher, die besonders ins Auge fallen, da sie beide Owner von über 20 Challenge-Caches sind – Larsi110 und listel. Bei der Challenge-Tour von Larsi110 ist für jeden etwas dabei, angefangen mit 5 Cachetypen am Tag (GC4RRG5) über 50 Souvenirs (GC5RB08) und 16 Bundesländern (GC51TNF) bis hin zu 4 Jahren je 500 Funde (GC5RAY1). Darüber hinaus wird mit der „Straße der Besten“ einmal den Ownern gedankt, die viel Zeit und Arbeit in das Verstecken von Caches investieren. Bei dieser Serie darf loggen, wer bei seinen eigenen Caches mindesten 1 (GC4RTF6), 50 (GC4RTG1), 100 (GC4RTGA), 200 (GC4T0TM) und 500 (GC4T0V0) Favoritenpunkte gesammelt hat. Und für alle, die gern Caches mit vielen Favoritenpunkten besuchen, für die gibt es diese Challenge hier: „Spaß beim Cachen“ (GC32014 von El_Rolfo). Das Gebiet um den 676 m hohen Eimberg ist die Challenge-Spielwiese von listel. Seine Vorlieben sind verschiedene Cachetypen, die „kreuz und quer“ (GC5RWQZ), „diagonal“ (GC5R47N) oder vollständig die „Bunte Matrix“ (GC5R47M) füllen. Aber auch die D5- (GC51X0Z) und T5-Liebhaber (GC51X77) werden hier auf ihre Kosten kommen. Für die geselligen Cacher gibt es 6 verschiedene Challenges, bei denen die Events im Vordergrund stehen:

– 1 Owner 10 Events (GC5Q9NT)

– 12 Monate am Stück je ein Event (GC5Q9P0)

– 7 verschiedene Länder je ein Event (GC5Q9PR)

– 144 Events GC5Q9PX

– Events von mind. 40 Ownern GC5Q9NY

– Summe aus den 5 anderen Event Challenges (GC5Q9PZ)

Fällt Euch etwas auf? Schaut mal, wann einige der Challenges zum Publish eingereicht wurden. Zum Abschluss unserer Vogtland-Challenge-Tour geht es noch mit El_Rolfo „Quer durch Deutschland“ (GC3200W), nach „Mitteldeutschland“ (GC3200T) und zu deutschen „Landkreisen von A bis Z“ (GC3200Y) – Das waren „Zehn Jahre Geocaching“ (GC25FZQ).

Zum Schluss möchte ich gern wissen, was sind Eure persönlichen Ziele beim Cachen? Und von den Challenge Cache Liebhabern würde es mich interessieren, welchen Challenge Cache fandet Ihr besonders erwähnenswert oder welchen findet Ihr so interessant, dass Ihr ihn unbedingt noch erreichen wollt? Ich mache dabei gleich einmal den Anfang mit GC1GBC1 – The Jasmer Challenge.

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Ein Gedanke zu “Challenge Caches – Fluch oder Segen?

  1. Challenges sind m.E. eine legitime und erhaltenswerte Spielart des Geocaching.
    Wie bei allen anderen Caches kann jeder für sich selbst entscheiden, wie weit er gehen möchte und kann. Ich z.B. würde nicht in 24h sämtliche Bundesländer bereisen, weil das der Umwelt und meiner Gesundheit nicht gut tun würde. Challenges ohne Zeitbegrenzung sind für mich aber ggf. eine Herausforderung, auf die ich meine Touren bis zu einem gewissen Grad schon abstimme. Dabei gerate ich -wie bei anderen Caches auch – schon an Orte, die ich normalerweise nicht besuchen würde.
    Also wo soll ich unterschreiben, dass challenges von Groundspeak wieder zugelassen werden?

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