CITO im Seifersdorfer Tal

Seifersdorfer TalBei einer Serie von Tornados kam es am Nachmittag des 24. Mai 2010 nördlich von Dresden zu schweren Sturmschäden, die sich auf einer Länge von ca. 100 Kilometern erstreckten. Vor allem betroffen waren Großenhain sowie weitere Ortschaften des Landkreises Meißen und des Elbe-Elster-Kreises. Auch die Mitglieder des Verein „Seifersdorfer Thal e.V.“ werden diesen Pfingstmontag wohl nicht vergessen, denn der Sturm verwüstete innerhalb von einer viertel Stunde auch ihr schönes Seifersdorfer Tal, welches sich entlang der Großen Röder von Liegau-Augustusbad bis Grünberg zieht.

Denkmal1Zwischen der Grundmühle und der Niedermühle nahe Seifersdorf, nach dem das Tal benannt ist, befindet sich einer der ältesten Landschaftsgärten Deutschlands. Ende des 18. Jahrhunderts wurde er von Christina von Brühl im Geist der Aufklärung konzipiert und stellt seit dem ein beliebtes Ausflugsziel für Besucher aus nah und fern dar. Insbesondere zur damaligen Zeit entwickelte sich Seifersdorf und sein Tal abseits des Dresdner Hofes zu einem regen kulturellen Zentrum für Komponisten, Dichter und Schauspieler. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts verfielen die Gartenanlagen jedoch zunehmend. Denkmal2Erst 1981 wurde das Tal aus seinem 150-jährigen Dornröschenschlaf durch eine Initiative von Absolventen der Landschaftsarchitektur der Technischen Universität Dresden geweckt. 1990 erfolgte dann die Gründung des Vereins „Seifersdorfer Thal e.V.“ (www.tinathal.de) mit dem Ziel die seit 1981 durchgeführten Arbeiten fortzuführen und so den Landschaftsgarten zu erhalten. Neben praktischen Arbeiten gehören aber auch Talführungen, Vorträge und Konzerte zum Programm des Vereins.

Die unmittelbaren schweren Sturmschäden vom Pfingstmontag 2010 sind zwar längst beseitigt, jedoch hat der Verein mit den Folgen der Tornado-Serie immer noch zu kämpfen. Dem Sturm fielen zahlreiche Bäume zum Opfer, sodass kahle Stellen im Tal entstanden. Dies führt nun aufgrund des stärkeren Lichteintrags zu einem übermäßigen Wuchs von Brombeeren und anderen Sträuchern, sodass die historischen Denkmäler des Parks immer mehr zu wuchern.

vorherDas Team SchwarzerFalke, das bereits im Oktober 2010 zu einem Arbeitseinsatz (GC2F3VN) zum Aufräumen nach dem Tornado ins Seifersdorfer Tal gerufen hatte, veranstaltete daher letzten Sonnabend, am 14. November 2015, zusammen mit dem Verein „Seifersdorfer Thal e.V.“ nach 5 Jahren ein erneutes CITO (GC64RP0), bei dem es dem Unterbewuchs an den Kragen ging. Aufgeteilt in ca. 8 Gruppen wurden, nach einer kleinen Einweisung und Arbeitsschutzbelehrung, Wege vom Laub befreit, Brombeeren und kleinere Bäume gerodet sowie Pfade zu versteckten Denkmälern wieder zugänglich gemacht. Betreut wurde jede Gruppe durch mindestens ein sachkundiges Vereinsmitglied, sodass die Rodungsarbeiten geordnet abliefen und Bäume, wie die geliebte Hainbuche oder auch der ein oder andere aufstrebende Bergahorn stehen blieben.nachher

In der Mittagspause gab es leckere und gut gewürzte Suppe aus der Gulaschkanone mit frischen Bäckersemmeln und als Nachtisch von Frau SchwarzerFalke selbst gebackenen Kuchen. An alle, die zwischendurch auch gern noch ein Döschen suchen wollten, hatten die Owner mit dem neuen Multi „Seifersdorfer Tal – Auf anderen Wegen“ (GC58Y2Q) ebenfalls gedacht. Startpunkt ist hier die Sängerwiese, auf der früher ein Tempel gestanden hatte und an den heute ein Denkmal erinnert. Danach geht es zum Ort der ehemaligen Hütte der Hirtin der Alpen, wo wir nur noch eine in die Jahre gekommene Sitzgruppe finden. Bevor es zum Final geht, zeigt uns der Multi noch die Bergquelle „Schöpfe schweigend“ mit der noch erhaltenen Inschrift:

 „Schöpfe schweigend! – Warum? – Nun so
schöpfe nicht
Warum nicht? – Nur dem stillen Genuß
ström‘ ich erquickender Trank.“

Am Ende des Tages war das Tal (komplett) gekehrt und Sandstein-Skulpturen wie das Denkmal der gotischen Freundschaft und das Denkmal des Vaters der Gräfin sowie die Quelle der Vergessenheit der Sorgen wieder sichtbar. Es war ein schöner, anstrengender und lehrreicher Arbeitseinsatz, bei dem mal nicht der Müll anderer weggeräumt wurde, sondern die Gartendenkmalpflege und die Landschaftspflege im Vordergrund standen. Allen helfenden Händen vielen Dank für Euren Einsatz und den Mitgliedern des „Seifersdorfer Thal e.V.“ vielen Dank für die Einblicke in Euren Verein und die gute Bewirtung – gern sind wir bei einem Eurer nächsten Talpflegeeinsätze wieder dabei!

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