Unsere Reviewer in Sachsen

Es wird Zeit einmal Danke zu sagen! Danke für die viele Zeit und Mühe, für die vielen Stunden am Rechner, die vielen E-Mails, die vielen Antworten und Vorabkoordinatenüberprüfungen, und die schnelle Bearbeitung von Anfragen und Veröffentlichung neuer Caches!

Reviewer zu sein ist nicht leicht, es kostet viel Zeit und Nerven. Nicht jeder eingereichte Cache kann sofort durchgewunken werden, sondern bedarf Rücksprache mit dem Owner. Sei es aufgrund von Abstandsproblemen, Naturschutzfragen, Genehmigungen, oder einfach nur Verständnisfragen. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, wie fehlende Angaben zu den Attributen oder Lösungsansätze, die noch etwas mehr hinterfragt werden müssen.

Aber manchmal stehen Owner und Reviewer vor größeren Problemen, vor allem im Hinblick auf die etwas sensibleren Caches – angefangen im Wald und in Naturschutzgebieten, bishin zu T5- und LP-Caches, die mittlerweile immer mehr genehmigungspflichtig werden. In Sachsen betrifft dies zum Beispiel die Dresdner Heide. Hier gab es Ärger, den die Reviewer durch den Dialog mit dem Forst und einem Kompromiss abmildern konnten. Wer in der Dresdner Heide nun einen Cache legen möchte, benötigt hierfür zunächst eine Genehmigung von Sachsenforst. Das ist nervig aber nicht unmöglich, wie das Beispiel Chilliesser mit den „Wegzeichen in der Dresdner Heide“ (GC5NBRA) gezeigt hat. Es war zäh (schließlich hat der Forst natürlich auch noch andere Aufgaben als Anfragen von Geocachern zu bearbeiten) und es ging nicht nur eine E-Mail hin und her sondern mehrere, aber am Ende hatte der Owner das Durchhaltevermögen und konnte mit der Abstimmung mit dem Forst seine Caches veröffentlichen. Mir selbst ist der Aufwand zu groß, da mache ich lieber einen Bogen um die Dresdner Heide, bevor ich mich wegen einem Cache, der auch wo anders liegen kann, mit dem Forst „herumärgere“. Mit dieser Meinung werde ich nicht der einzige Owner sein, der so denkt und deshalb können wir Geocacher froh sein, dass noch nicht jeder Cache genehmigungspflichtig ist. Auf meine Frage zum „Problem“ Forst und ob uns diese Genehmigungspflicht auch für andere Gebiete droht, bekam ich folgende Antworten. Susi Sonnenschein: „Der Forst ist ja durchaus kooperativ, man muss oft nur mit den Leuten sachlich sprechen.“ und Amy Farrah Fowler: „Ja – dies versuchen wir zu verhindern, indem wir den Dialog mit dem Forst bzw. dem Umweltamt suchen. Deshalb reagieren wir bei Anfragen dieser Ämter entsprechend schnell. Eine große Anzahl von Klettercaches in einem bestimmten Gebiet kann genau zu so etwas führen – das haben meine Gespräche mit dem Forst eindeutig gezeigt.“

Überlegt einfach einmal bevor Ihr einen Cache legt, ist es wirklich sinnvoll hier eine Dose zu verstecken? Oder ist der Ort doch etwas zu heikel und könnte unser Hobby gefährden. Dosen mit Nervenkitzel sind toll, aber man kann es auch übertreiben. Ich habe unsere Reviewer einmal gefragt, wie sie zu LP-Caches allgemein stehen. Sowohl Susi Sonnenschein, als auch Amy Farrah Fowler gaben diese Antwort hier: „Gern, wenn es legal ist“. Jetzt wird der ein oder andere sicher auflachen – LP und legal? Das ist natürlich schwierig, denn das L in LP steht nicht für legal sondern für lost und meist bewegt man sich hier am Rande der Legalität. Ein Problem, das Amy und auch ich dabei sehen, ist die steigende Zahl an Cachern, sodass es oftmals schnell zu Problemen mit Anwohnern kommt. Wie oft habe ich mir beim Cachen, und zwar beim ganz normalen Cachen, an einfachen Hin- und Weg-Tradies von Anwohnern schon anhören müssen: „Wir sind da etwas vorsichtig, im Nachbarhaus haben sie schon 3x eingebrochen. Wir wissen, was Ihr da macht, aber muss das mitten in der Nacht sein?!“ Ich schaute auf die Uhr – es war gerade einmal 17 Uhr. Im Winter ist es zu dieser Zeit leider schon finster, sodass einige Anwohner da sehr empfindlich reagieren, in der heutigen Zeit mehr denn je. LPs sind da sogar noch etwas sensibler, sodass Amy in Einzelfällen vor dem Publish auch schon einmal sich ein Bild vor Ort gemacht hat – dies ist allerdings eher die Ausnahme.

Und wie sieht es mit T5-Caches aus und Events mit höheren D-/T-Wertungen? Wollte ich wissen. Amy Farrah Fowler: „T5er gibt es ja verschiedene. Ich habe ein Problem mit „vertikalen Leitplanken“, d.h. „Ich hänge da mal einen Petling in den Baum, weil ich es kann.“ Die Mehrzahl der Cacher möchte sich keine Kletterausrüstung anschaffen und ist davon ausgeschlossen. Das finde ich nicht gut, aber darüber habe ich als Reviewer nicht zu befinden.“ Die sich keine Kletterausrüstung kaufen wollen oder aus anderen Gründen nicht Klettercaches machen können/wollen, werden das jetzt vermutlich schade finden. Alle anderen werden aufatmen und sich schon jetzt auf das nächste Bäumchen mit Dose freuen, dass gepublisht wird, vermutlich von Susi Sonnenschein, die damit kein Problem hat (mit der Bedingung, wenn es legal ist). Ich habe mir einmal wahllos 120  T5-Caches in Sachsen angeschaut, die 2015 gepublisth wurden und bin auf folgendes Ergebnis gekommen: 55x Publish durch Amy Farrah Fowler, 64x Publish durch Susi Sonnenschein und 1x Publish durch Sherrlock. Susi liegt also vorn, aber es ist nicht so, dass Amy keine T5-Caches freischaltet. Für mich ein sehr fairer Reviewer, der im Sinne der Owner und Cacher handelt, auch wenn er selbst als Cacher anderer Meinung ist.

Zum Thema Events mit höheren D-/T-Wertungen habe ich von Susi Sonnenschein folgende Antwort erhalten: „Hier wird jetzt viel stärker darauf geachtet, dass es keine Phantasie-Wertungen gibt. Events sind eigentlich zu 99,9% D1“. Das haben wir selbst leider schon bei eigenen Events erfahren müssen und ein bisschen finde ich diese neue Leitlinie etwas schade, denn so nimmt sie uns doch ein ganzes Stück Vielfalt, die unser Hobby eigentlich so interessant macht. Die Ursache ist klar, mit der steigenden Zahl an Cachern, die dieses Hobby betreiben, nehmen auch die Ideen u.a. sehr verrückte Ideen zu. Und wenn einem Cacher eine bestimmte D-/T-Wertung fehlt, dann legt er sich eben ein passendes Event dazu, das ist am einfachsten. Um das zu verhindern, und Phantasie-Wertungen zu vermeiden, wird nun eine sehr harte und konsequente Linie gefahren. Leider bedeutet dies auch das Aus für Events, bei der die D- oder T-Wertung keine Phantasie ist, sondern wirklich verdient werden muss/musste. Ich denke da an ein Event, bei dem man 100 km wandern „musste“, um einen D4,5/T5 loggen zu können. Oder ich denke an ein Kletterevent, bei dem das Ziel eine Hängematte war, die in der Krone eines Baumes hing. Damit ist nun leider Schluss? Im Großen und Ganzen leider ja, da die Reviewer angehalten sind, dass ein Event in der Regel die Schwierigkeit D1 hat (Ratings for Difficulty and Terrain). Eine Möglichkeit, die ich sehe, sind Events, bei denen man ein Boot oder anderes Hilfsmittel benötigt, um die Eventkoordinate zu erreichen, sprich Events auf Inseln und in der Mitte von Seen. Und ansonsten? Nicht den Kopf hängen lassen, denn eine niedrige D-/T-Wertung bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Event nur 0815 ist. Die Event-Owner sind da recht einfallsreich. So haben wir schon unseren Drachen steigen lassen, in die Sterne geguckt, waren Bogenschießen, wandern, Fasching feiern, haben um Mitternacht Burger essen, auf Weihnachtsmärkten Glühwein getrunken, Bergwerke besucht oder waren Schlittschuhfahren. Bei letzterem war die T-Wertung bis letztes Jahr gar nicht so niedrig, denn das Logbuch fuhr/fährt auch Schlittschuh. Ich weiß, man muss bei einem Event nicht im Logbuch stehen, sodass dieses Jahr das 6. Chemnitzer Kurvenflitzen leider von D4,5/T4,5 auf D1/T1 abgerutscht ist. Wir können das jetzt sinnlos finden, zu anderen Plattformen wechseln, bei denen es vermeintlich (noch) besser ist und auf Groundspeak und die Reviewer schimpfen. Aber was ist denn eigentlich das Ziel eines Events? Man will Freunde treffen, Bekanntschaften schließen, und sich über Erlebtes zum Thema Geocaching austauschen – das ist die Ursprungsidee von Geocaching-Events. Da braucht man keine hohe D- oder T-Wertung. Wer noch Lücken in seiner D-/T-Matrix hat, dem wird das nicht so gut gefallen, aber es gibt viele Dosen, die hohe D-/T-Wertungen aufweisen und darauf warten von Euch gefunden zu werden.

Bleibt nun noch die Frage nach den Challenges.  Hier hat mir Amy Farrah Fowler zwei Antworten gegeben, eine als Cacher und eine als Reviewer: Wir beginnen mit der ersten: „Ja, da sie einen Anreiz schaffen, bestimmt Regionen, Caches o.ä. aufzusuchen. dabei gelingt es mir auch, bestimmte Challenges auf die virtuelle Ignoreliste zu setzen. Man muss nicht alles machen. Ich werde auf gar keinen Fall meine persönliche Statistik ändern/verfälschen, nur damit ich eine Challenge erfülle – dafür bin ich zu sehr daran interessiert, dass meine Statistik stimmt.“ Und wie denkt Amy als Reviewer darüber: „Hoffentlich kommen sie nicht wieder. Dadurch wird der Höher-Schneller-Weiter-Aspekt gefördert und jeder neue Cache will die bisherigen Grenzen noch etwas weiter ausdehnen. Meiner Meinung nach sollte jeder zeitliche Aspekt (in einer bestimmten Zeit … / Folge von Tagen …. ) nicht mehr erlaubt werden.“

Unsere sächsichen Reviewer bzw. die Reviewer, die für Sachsen zuständig sind, leisten momentan eine sehr gute Arbeit – und das alles freiwillig. Manchmal dauert es keine 10 Minuten und der eingereichte Cache ist schon veröffentlicht. Deshalb Achtung, wenn Ihr einen Cache zum Publish einreicht, die Dose sollte da auf jeden Fall schon liegen! Insbesondere Cachern, die noch nicht so lange dabei sind oder ihren ersten Cache verstecken wollen, ist es schon passiert, dass Reviewer und FTFler schneller waren als der Owner.

Nicht überall ist die Reviewersituation so gut wie in Sachsen. In anderen Bundesländern kann es schon einmal sein, dass mehr als eine Woche vergeht bis man eine Rückmeldung eines Reviewers bekommt und wenn es noch Dinge gibt, die geklärt werden müssen, wie Abstandsprobleme, dann zögert sich der Prozess noch viel weiter hinaus. Manch einer hat da dann schon fast keine Lust mehr einen Cache einzureichen, geschweige denn ein Event zu organisieren. Da können wir hier in Sachsen wirklich dankbar sein, dass es momentan so ist wie es ist und hoffentlich auch so bleibt – Danke liebe Reviewer für Euer Engagement.

Ihr wollt nun endlich wissen, wer sich hinter Susi Sonnenschein, Amy Farrah Fowler und Co verbirgt? Nun, das ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Nein, das bin nicht ich, auch wenn ich schon des Öfteren diesbezüglich gefragt wurde. Fragt mal lieber den listel, ihn hat noch keiner gefragt und es ist aber er, der seit April 2014 als Susi Sonnenschein Caches in Sachsen prüft, freigibt und wenn es sein muss auch archiviert. Seid über 9 Jahren betreibt er mit sehr viel Freude unser gemeinsames Hobby – Geocaching. Und als man ihn fragte, ob er es sich vorstellen könnte Reviewer zu werden, hat er „Ja“ gesagt, weil er es für eine gute Idee hielt – und er bereut es nicht, ihm macht die Reviewer-Arbeit sehr viel Spaß. Je nach Lust und Mails, die er bekommt, investiert er täglich 30 Minuten bis 4 Stunden für seine Reviewertätigkeit. Auch wer hinter Amy Farrah Fowler steckt, ist schon lange kein Geheimnis mehr – El_Rolfo. Hier ist es Rolf, der täglich meist 2 Stunden als Reviewer am Rechner verbringt – selten mehr und an einigen Wochenenden weniger, da er und seine Frau natürlich auch selbst sehr aktive Geocacher sind und gern draußen unterwegs sind. Katrin ist für den „Weltfrieden“ zuständig, sagt Rolf „sprich: sie sorgt dafür, dass die Termine passen und das Umfeld stimmt. Sie sorgt auch dafür, dass die Stimmung immer mal wieder abgekühlt wird – sie ist also ganz wichtig!“

Neben Susi Sonnenschein und Amy Farrah Fowler gibt es noch silent observer und Sherrlock, die für Sachsen als Reviewer unterwegs sind. Dahinter „verbergen“ sich zum einen water&sun und Vista-Freund, die zusammen als silent observer vor allem in Thüringen publishen und zum anderen DeepdiverBerlin, der als Sherrlock für Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zuständig ist. Da Susi und Amy sich aber ganz ausgezeichnet um die Belange in Sachsen kümmern und mit viel Herzblut ihrer Reviewertätigkeit nachgehen und alle Anliegen sehr schnell bearbeiten, sind silent observer und Sherrlock bei uns ein wenig arbeitslos geworden und springen nur ab und zu ein, wenn die anderen beiden doch nicht gleich Zeit haben.

Ihr fragt Euch vielleicht wie wird man eigentlich Reviewer? Wo kann ich mich bewerben? Nirgends. Man wird gefragt. Eigene Initiative ist hier nicht zielführend.

Zum Abschluss möchte ich Euch noch ein paar Tipps geben, wie Ihr es Euch und den Reviewern leichter macht, wenn Ihr wollt, dass ein Cache ohne Probleme veröffentlicht wird. Das Wichtigste ist, seid ehrlich. Der Ton macht die Musik. Bleibt sachlich und fair, dann wird es auch der Reviewer sein. Arbeitet zusammen und nicht gegeneinander. Reviewer sind auch nur Menschen wie Du und ich, sie sind nicht unfehlbar, aber auch keine Cachepolizei.“ Was uns stört ist, wenn wir vorgeführt, also besch… werden sollen. Das kann ich persönlich gar nicht ab. Lieber vorher ehrlich fragen und man versucht eine Lösung zu finden, dass der Cache doch noch durch geht – dann muss man vielleicht mit einer Ablehnung leben, aber was soll`s? Es geht hier nur im Tupperdosen im Wald. Dafür muss man doch nicht andere Cacher – und das sind wir Reviewer auch – belügen.“ (Zitat Amy Farrah Fowler). Auch Susi Sonnenschein hat mir gegenüber ähnliches anklingen lassen. Auch ein Reviewer ist nicht doof, und merkt, wenn man ihn anlügt. Und dann soll er noch freundlich zu Euch sein, obwohl Ihr selbst nicht ehrlich ihm gegenüber seid?

Wenn Ihr ehrlich und sachlich bleibt und die Guidelines lest, dann ist der Cache schon so gut wie veröffentlicht. Dann nur noch folgendes beachten und es kann los gehen:

  • Attribute setzen nicht vergessen (bei einem T1 muss, dass Rollstuhlsymbol gesetzt werden)
  • ein Nano gehört zur Cachegröße Mikro und nicht „Other“
  • Events müssen spätestens 2 Wochen vor dem Termin eingereicht werden.
  • bei Mysteries in einer Reviewer-Note den Lösungsweg angeben (dabei lautet die Devise, mehr ist besser als zu wenig)
  • bei einer Letterbox muss im Listing vermerkt werden, dass sich ein Stempel, was eines der Merkmale einer Letterbox ist, im Cachebehälter befindet und eine Letterbox muss mit Hilfe eines GPS-Gerätes oder mit Hilfe eines GPS-fähige Handy findbar sein (eine reine Wegbeschreibung oder Bildersuche ohne Koordinaten oder Peilung und ohne Nutzung eines Geräts reicht nicht aus)
  • bevor Ihr eine Dose verstecken geht, fragt den Reviewer Eures Vertrauen doch einfach erst einmal, ob die Koordinate frei ist. Dazu einfach das Listing mit der Finalkoordinate anlegen und den GC-Code (am besten als Link) dem Reviewer mit der Bitte auf eine Vorabprüfung auf Abstandskonflikte mailen.
  • Wenn das alles geklärt ist, Dose verstecken gehen und erst dann das Cache-Listing zum Review einreichen.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Verwirklichen Eurer Cache-Ideen und den Reviewern viel Kraft und Freude beim Bewerten und Veröffentlichen selbiger.

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Ein Gedanke zu “Unsere Reviewer in Sachsen

  1. Bezüglich dem Absatz zu Letterboxen kann ich nur sagen, daß ich mit Amy Diskussionen wegen GPS-Nutzung bei meinem Eulenstock hatte und extra eine Finalformel einfügen mußte.
    Wer den macht kann sich dadurch durchaus als Cacher verarscht fühlen. Die Notes hab ich vorsorglich gespeichert.

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