Das Ende der T5er in der Dresdner Heide?

Die einen werden froh sein, die anderen sind verärgert, wieder andere verstehen es und manch einer will gleich sein ganzes Kletterzeug verkaufen. Warum? Weil die T5er in der Dresdner Heide sukzessive archiviert werden. Auslöser ist folgende Mitteilung vom Sachsenforst betreffend die Dresdner Heide vom 2. Juni 2016:
„Aus forstlicher und naturschutzfachlicher Sicht sind T5 er äußerst kritisch zu beurteilen, da es zu erheblichen Störungen von unmittelbarer in Nachbarschaft brütender Greifvögel (Habicht, Mäusebussard) und insbesondere der an diesen Altbäumen (Buchen) vorkommenden bzw. spezialisierten Tierarten (Schwarzspecht, Fledermäuse usw.) kommt. Das Klettern an den Altbäumen führt auch zu Schäden an dem Baum selbst. Weiterhin stellen wir immer wieder Trittschäden an der im Umfeld dieser Altbuchen keimenden Naturverjüngung fest.“ (nachzulesen auf der Seite der Deutschen Reviewer.)

Daraus resultieren 2 Konsequenzen – Erstens die Archivierung bestehender Klettercaches und Zweitens keine neuen Klettercaches in der Dresdner Heide (es sei denn, es liegt eine Ausnahmegenehmigung vor). Unabhängig der T-Wertung sind schon seit einer ganzen Weile alle Caches, die in der Dresdner Heide gelegt werden mit dem Forst abzustimmen und zu genehmigen. Es ist also nicht unmöglich Caches in der Heide zu verstecken, aber der Aufwand ist um einiges höher als andern Orts in Sachsen. Was ist dabei zu beachten?

1. Damit ist es nun nicht mehr möglich, Klettercaches in der Dresdner Heide zu legen, es sei denn es gibt eine Ausnahmegenehmigung dafür.
2. Zudem sollten Caches in der Dresdner Heide nur an die Wege gelegt werden.
3. Jagdgebiete sind zu meiden, Wildrückzugsgebiete wie z.B. die Hofewiese ebenso.
4. Naturschutzgebiete, Flächennaturdenkmale sowie Caches in Flussauen sind auszusparen.
5. Powertrails sind hier untersagt.
Quelle: https://wiki.groundspeak.com/display/GEO/Sachsen

Darüber hinaus gibt es seit 2014 ein Infoblatt von Sachsenforst zu Geocaching im Wald, welches Ihr hier findet:
https://www.smul.sachsen.de/sbs/download/Infoblatt_Geocaching.pdf

Ihr stellt Euch die Frage, was der Auslöser für die Archivierungen der bestehenden T5-Caches war? Nun, der Forst lebt auch nicht hinter dem Mond, hat selbst GPS-Geräte und einen Geocaching-Account. Es ist natürlich nicht von der Hand zu weisen, wenn man einen T5-Baum macht, dann wird zwangsläufig die Naturverjüngung im Umfeld in Mitleidenschaft gezogen und auch der Klettereinsatz selbst geht nicht ohne Spuren am Baum zu hinterlassen, sodass der Sachsenforst einige Klettercaches der Dresdner Heide beanstandet und die Reviewer um Archivierung gebeten hat. Hierbei hat der Forst ganz konkret die betreffenden Caches benannt, was erklärt, weshalb noch nicht alle Klettercaches in der Heide archiviert/umgelegt werden mussten. Letzteres wird zum Beispiel der Fall bei „Hab Acht! – Matrix Challenge Cache“ von Ludiwawa GC50ZJW sein. Auch wenn das nicht für jeden Cache realisierbar ist, finde ich das Angebot der Reviewer prima, dass betroffene Owner die Möglichkeit erhalten haben, ihre Caches außerhalb der Heide zu verlegen.

Wir sollten froh sein, über jeden Cache, der noch nicht im Fokus des Forst steht. Bei Neueinreichungen dagegen wird natürlich nicht unterschieden, wo in der Heide der Cache hin soll (und soviel ich weiß, zählt die Junge Heide auch schon mit hinein?!), hier bedarf es erst der Genehmigung durch den Forst (was bei T5ern schwierig bis nahezu unmöglich ist) bevor ein Cache veröffentlicht wird.

„Offensichtlich haben nun die Kritiker im Forstbetrieb die Oberhand. Das finden wir sehr schade.“ so silent observer, die schon vor ca. 2 Jahren den Kontakt zum Forst suchten und den Forst versöhnlich stimmten konnten. Auch damals gab es schon Kritik an T5ern – es ist also kein neues, aber ein wachsendes Problem. Wachsend deshalb, weil vor allem im Dresdner Raum die Zahl der T5-Begeisterten doch recht stark zugenommen hat, so der Eindruck der Reviewer. Ja und nein würde ich sagen. Zugenommen ja, aber wenn jemand klettern geht, dann meist nicht alleine sondern zu zweit oder in kleineren Gruppen. Da dann meist nicht jeder, auf jeden Baum klettert relativiert sich das ganze dann auch schon wieder ein bisschen. Aber nur ein bisschen, denn um Schäden zu hinterlassen, reicht auch ein einzelner Kletterer aus.

Ich habe mir dennoch einmal den Spaß gemacht und drei der kürzlich archivierten T5-Caches in der Dresdner Heide angeschaut. Konkret waren das:

Fagus fantasticus GC40Z7D 98 Fundlogs in 3,5 Jahren

Fagus facilius GC4PPK4 102 Fundlogs in knapp 3 Jahren

Fagus giganteus GC3VEH9 96 Fundlogs in 3,5 Jahren

Wie Ihr sehen könnt, waren alle 3 Caches jeweils ca. 3 Jahre aktiv. In dieser Zeit haben jeweils ca. 100 Cacher die Caches absolviert. Das heißt pro Jahr ca. 30 Leute, von denen am Ende nicht jeder oben war, sodass es wenn es hoch kommt 20 Cacher waren, die den jeweiligen Baum pro Jahr beklettert haben. T5-Kritiker werden sagen, das sind 20 Cacher zu viel, aber schaut Euch mal einen T1er Tradi in der Heide an wieviel Besucher, der über diese Zeit hat und wie sehr dort die Natur abgelatscht wird!?! Auch wenn er Weg nah versteckt wurde, ist dort die Cacherautobahn sicher viel stärker ausgebildet als bei den benannten T5ern.

Unsere Reviewer werden auf jeden Fall wieder Kontakt zum Forst aufnehmen und im direkten Gespräch versuchen offene Fragen zu klären und weiteren Schaden abzuwenden. Aber auch wir als Dresdner Community sind gefragt, positive Kontakte zum Forst herzustellen. Informationsevents, CITOs, Baumpflanzaktionen etc. wären dazu eine gute Möglichkeit – hier ist unsere Kreativität gefragt.

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